Verkünder göttlicher Allmacht werden oft Zeugen menschlicher Ohnmacht. Wenn niemand mehr weiter weißverkörpern sie die letzte Hoffnung. 

Meistens steht hinter der Frage nach der Gerechtigkeit und Barmherzigkeit Gottes, mit der Verzweifelte sich dann an Pfarrer wenden, zunächst das irdische Problem einer zuweilen unbarmherzigen und ungerechten Menschheit. Zum Alltag von Pfarrerinnen und Pfarrern gehört, in solchen Situationen in mehreren Richtungen zu denken. Wie kann ich den Betroffenen Mut zusprechen, der sie stark macht, das Notwendige zu tun, auch wenn wir, je größer die Herausforderungen sind, den Erfolg um so weniger in der Hand haben? Wo kann ich hier Hilfe zur Selbsthilfe geben, was sollte an professionelle Helfer weitervermittelt werden? Haben die, an die weiterdelegiert werden soll, die Kompetenz und den Willen, das zu leisten, was von ihnen erwartet wird, oder sind sie die falschen Helfer?

Die Gefahr bei einigen professionellen Helfern ist, dass sie nur ihren Bereich sehen, existenzielle Probleme aber immer vielschichtig sind. Gute Anwälte können für Mandanten, die in der Sache im Recht sind, bei Gericht vielleicht den Fall gewinnen, aber das Auseinanderbrechen von deren Familie während der Krise durch das spätere Obsiegen manchmal nicht mehr verhindern. In Fällen, die an die Existenz gehen, ist deshalb ein "Fall-Management" notwendig, das Betroffenen hilft, alle jetzt und später wichtigen Fragen im Blick zu behalten und durch geeignete Hilfen abzusichern. 

In bewusstem Widerspruch zur vermeintlich reinen Lehre der alleinigen Zuständigkeit von Seelsorgern für das ewige Seelenheil der bei ihnen Rat und Hilfe Suchenden, sieht die Hilfsstelle für evangelische Pfarrer in diesem "Fall-Management" die Schlüsselaufgabe einer kompetenten Hilfe. Es macht keinen Sinn, Hilfesuchende lediglich "aufs Kreuz zu verweisen", wenn gleichzeitig konkrete irdische Hilfe bereit steht, die Betroffenen aber nichts davon wissen und deshalb den Weg zu ihr nicht finden. Deshalb ist es wichtig, dass Seelsorger auch von solchen Hilfen wissen und wissen wollen und auch in irdischen Fragen kompetent und firm sind.  

Da das Einzelne überfordert, bietet die Hilfsstelle für evangelische Pfarrer kollegialen Rat für Berater an, wenn diese ihn in schwierigen Einzelfällen suchen. Umgekehrt kann die Hilfsstelle auch direkt bei ihr Hilfe Suchende an örtlich zuständige Geistliche vermitteln und diese beim Begleiten begleiten. 

Ursprünglich entstand die Hilfsstelle als Selbsthilfeorganisation von evangelischen Pfarrerinnen und Pfarrern, die von Stellenverlust und Mobbing in der Kirche betroffen waren. Hier haben die für die Hilfsstelle als Mobbing-Berater tätigen Kolleginnen und Kollegen gelernt, zunächst Amtsgeschwistern in extremen existenzbedrohenden Situationen umsichtig zu begleiten, später dann aber auch das so in zwei Jahrzehnten Erlernte in der Beratung und Begleitung von Nicht-Theologen in existenzbedrohenden Konfliklagen hilreich einzubringen. 

Die folgenden Seiten geben eine anschauliche Auswahl von Beispielen aus der Arbeit der Helfer der Hilfsstelle wieder, wie solche Notlagen aussehen und wie Pfarrer hier helfen konnten, die nicht nur das ewige Heil, aber auch nicht nur das zeitliche Wohlergehen im Blick behalten müssen. 

 

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