Königliche Freiheit im Umerziehungslager Kirche?

"Paul Schneider hat alles riskiert. Herr Reuter riskiert - fast - nichts."

So verharmlost Enno Obendiek die repressiven Maßnahmen der 68iger Kirchenfunktionäre gegen den Bekenner im geistlichen Amt Pfarrer Dietrich Reuter.

 

Die Gemeinsamkeit mit Pfarrer Paul Schneider liegt im Gehorsam gegen folgenden in der Ordination begründeten Auftrag:

Im Amt die Botschaft Gottes ausrichten zum Heil der ermahnten Gemeindeglieder und der Gemeinde, und zwar gemäß Schrift und Bekenntnis. Damals wie heute ist dazu Leidensbereitschaft erforderlich.

Unter den gegen die Treuen - die Freiheit des geistlichen Amtes verteidigenden Pfarrer - verhängten Abberufungen leiden die kirchenamtlichen Täter nach den üblichen eigenen Aussagen zwar stets am meisten. Verständlich!

Die Präsides und Oberkirchenräte beziehen Gehälter zwischen 14.000 und 17.000 DM pro Monat. Diese "Verdienste" müssen sie auch durch eingebildete Qualen kompensieren. Bei unverstelltem, ungequältem Blick müßten sie nämlich sonst daran verzweifeln, was sie über ihre Pfarrkollegen verfügen.

Ein abberufener Pfarrer im Ruhestand mit 40 Jahren und Kindern in Ausbildung wird mit dem Kinn gerade an der Sozialhilfegrenze über Wasser gehalten. Damit er seine königliche Freiheit im Umerziehungslager Kirche nicht weiter wahrnimmt wird er gleichzeitig damit bedroht, die "barmherzige Hand" der Kirche könne abgezogen werden. Für Nebenverdienste sind die Abberufenen nämlich auch im Ruhestand noch auf Genehmigung ihrer Peiniger angewiesen und völlig abhängig von Willkür. Verlassen sie aber ihre Kirche, um eine neue Existenz aufzubauen - etwa in einer anderen Kirche - "verlieren die Pfarrerinnen und Pfarrer alle in dem bisherigen Dienstverhältnis begründeten Rechte und Anwartschaften. Ihnen k a n n nach Maßgabe des Versorgungsrechts ein Unterhaltsbeitrag w i d e r r u f l i c h bewilligt werden." (Pfarrerdienstgesetz § 98 (2) )

Die Kirche verpflichtet sich nicht einmal zur Nachzahlung der Renten- und Sozialversicherungsleistungen für die geleistete Lebensarbeit ihres Mitarbeiters. Weiß der ehemalige Landeskirchenrat Obendiek das nicht? Treibt er Hohn mit den Opfern ? Führt er die Kirche und den Staat irre? Es wird Zeit, daß sich säkulare Juristen mit dem "Staat im Staat" Kirche beschäftigen. Kirchenfunktionäre pflegen im Schatten der Trennung von Kirche und Staat eine Art Zwangskultur eigenen Rechts. Sie bekämpfen, wozu die Väter der Verfassung der Bundesrepublik Deutschland ihnen ihre Freiheit eingeräumt haben: Die Verkündigung Jesu Christi, wie ihn die Heilige Schrift bezeugt.

Vorsitzender der Hilfsstelle für Ev.Pfarrer,

Pastor Roland Reuter

Antwort DER WEG vom 18.02.2000:

"Sehr geehrter Herr Reuter,

ich bestätige hiermit den Empfang Ihres Leserbriefes 'Königliche Freiheit im Umerziehungslager Kirche?'

Eine Veröffentlichung kann ich allerdings nicht veranlassen, denn die von Ihnen geäußerte Kritik an unserer Kirche übersteigt die Toleranzgrenze in einem Maße, das ich nicht verantworten kann. Außerdem sind Ihre Angaben über Rechte und Bezüge für normale Leserinnen und Leser nicht nachvollziehbar.

Ich bitte Sie um Verständnis und grüße Sie freundlich.

Andreas Krzok

Chefredakteur"

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