Das grosse Hilfsstellen-Monats-Rätsel

Wer kann uns die nachfolgenden Texte so erklären, dass wir sie ohne Widersprüche verstehen können? Es handelt sich um Original-Zitate, einschließlich Rechtschreibung und Grammatik.

 

Hier nun unsere Rätseltexte:

So argumentierte das Landeskirchenamt der Evangelischen Kirche im Rheinland vor der Abberufung von Pfr. X bei der Verwaltungskammer der Evangelischen Kirche im Rheinland (Kirchengericht):

"Der Antragsteller verkennt, daß die Prüfung des § 49 Abs. l b) des Pfarrerdienstgesetzes (scil.: der bis 31.03.1997 geltende alte Abberufungsparagraph) streng genommen überhaupt keine Beurteilung einer Person, sondern lediglich die Beurteilung einer Situation verlangt. Voraussetzung ist, daß ein Sachverhalt vorliegt, der den gesetzlichen Tatbestand erfüllt, wobei die Prüfung selbstverständlich die Auseinandersetzung mit den Sachverhalten verlangt, bei denen das Verhalten verschiedener Personen wesentlich ist. Das bedeutet dann natürlich, daß bei der Sachverhaltsprüfung lediglich die Dinge zur Sprache kommen, die gegen ein weiteres Verbleiben des Pfarrstelleninhabers in seiner Gemeinde sprechen, da im Grundsatz selbstverständlich unterstellt wird, daß dem Pfarrer die gedeihliche Amtsführung möglich ist."

(Evangelische Kirche im Rheinland 12.09.1994)

Und so argumentiert das Landeskirchenamt der Evangelischen Kirche im Rheinland nach der Abberufung von Pfr. X beim Verwaltungsgericht in K. (weltliches Gericht), wo dieser nach Erschöpfung des kirchlichen "Rechtsweges" seine Gehaltseinbußen einklagt:

"Zumindest im Fall des Klägers ist festzustellen, dass er seine Pfarrstelle verlassen musste, weil ihm ein gedeihliches Wirken in der Pfarrstelle nicht mehr möglich war. Das Pfarrdienstgesetz spricht in diesem Falle nicht von Verschulden, da bei Vorliegen dieser Voraussetzung ein Disziplinarverfahren eingeleitet werden müsste. Jedoch bedeutet der Ausschluss des nicht mehr gedeihlichen Wirkens, das zumindest eine überwiegende, wenn nicht gar fast ausschließliche Verantwortung für die Durchführung der Abberufung beim Kläger lag."

(Evangelische Kirche im Rheinland 15.09.2000)

Auflösung

Es gab zahlreiche Anfragen, ob denn nun wirklich die Texte korrekt abgedruckt wurden. Sie wurden! Ansonsten konnte niemand weiterhelfen.

Der von den oben wiedergegebenen Texten betroffene Pfarrer hatte auch dem Vorsitzenden des Verbandes der Vereine Evangelischer Pfarrerinnnen und Pfarrer in Deutschland e.V. das Schreiben des Landeskirchenamtes vom 15.09.2000 zur Kenntnisnahme zugesendet. Der Vorsitzende versprach den Rechtsberater des Verbandes zu Rate zu ziehen. Am 10.10.2000 schrieb der Vorsitzende dem betroffenen Pfarrer:

"ich habe mit unserem Rechtsberater - wie versprochen - geredet. Er weiß auch keinen Weg, wie wir Ihnen weiterhelfen könnten."

Grosse Ratlosigkeit weit und breit

Darf die "Narrenfreiheit" der Evangellischen Kirche wirklich so weit gehen, daß nicht einmal mehr Entscheidungen sinnvoll und stringent nachzuvollziehen sein müssen?

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