Mobbing in der Kirche macht die Kirche selber zum Verlierer 

Die Kirche der Reformation entläßt ihre Kinder: "krank"?

1996 erschien ein Aufsatz mit dem Titel "Die Kirche der Reformation entläßt ihre Kinder". Darin wird dargelegt, daß und wie die reformatorischen Kirchen durchaus gute Theologen und Mitarbeiter mürbe macht, vertreibt, krank macht, für krank erklärt und entläßt.

 

- Vgl.: Otto Pietsch, Die Kirche der Reformation entläßt ihre Kinder, in : Regionale Informationen der Bekenntnisbewegung "Kein anderes Evangelium" Westfalen-Lippe Nr.64, S. 11-22Vgl. auch die Diffamierung von Pfarrern seitens des Präses der Ev. Kirche im Rheinland im Interview gegenüber idea (in : idea - Spektrum Nr.28/1996 S.20 ). Die angeblich "im Interesse des Dienstes abberufene (n) Pfarrer" seien "Nicht selten ... seelisch kranke Personen". Es handelt sich jedoch um Pfarrer, die sämtliche Ordinationsrechte und die Urkunde über ihre Anstellungsfähigkeit besitzen! -

Gedeihliches Wirken unmöglich ?

In den mittlerweile vergangenen 10 Jahren werden immer häufiger Pfarrer und Pfarrerinnen unterschiedlichster theologischer Prägung mit dem Vorwurf konfrontiert, ein "gedeihliches" Wirken auf ihrer derzeitigen Pfarrstelle sei nicht mehr gegeben. Sie geraten unter den Druck einer drohenden Abberufung nach Paragraphen der jeweiligen Pfarrerdienstgesetze ihrer Kirche. Diese Bestimmungen werden nach Überzeugung von Gemeindegliedern, Betroffenen und Juristen immer unverfrorener, missbräuchlich angewandt.

Abberufungsverfahren

Im "Vorlauf" oder noch während des schon eingeleiteten "Verfahrens" werden in der Regel Denunziationen neben den Personalakten gesammelt.

Auf dem innerkirchlichen Rechtsweg zur Feststellung einer "ungedeihlichen Situation" "verzichten" Kirchenleitungen und juristische Kammern (Kirchengerichte) auf Schuldfeststellungen. Schuld könnte nämlich nur in einem "Disziplinarverfahren" oder einem "Verfahren zur Beanstandung der Lehre" festgestellt werden. In diesen Verfahren könnten Schuldvorwürfe freilich auch als unbegründet zurückgewiesen werden.Die Wahl des eingeschlagenen Verfahrens dagegen wird mit "Zerrüttung" der Gemeindesituation gerechtfertigt. Deshalb werden Entlastungszeugen nicht zugelassen, selbst wenn Ruf schädigende Verdächtigungen oder Anschuldigungen öffentlich vorgetragen wurden.

Es wird - das steht von vornherein fest - nie geklärt, ob der Pfarrer mit vorwerfbarer Schuld an der Zerrüttung beteiligt ist.

Das "Vorliegen" der Denunziationen genügt. Es tritt an die Stelle des in manchen früheren Pfarrerdienstgesetzen verlangten "Tatbestandes" (z.B. § 49 PfDG der EkiR alte Fassung), der ein weiteres gedeihliches Wirken unmöglich machte und die Anwendung des jeweiligen Paragraphen zur Abberufung erlaubte.

Dagegen kommt es gegenwärtig also nicht einmal mehr auf die Stichhaltigkeit der erhobenen Vorwürfe an.

Die Folgen

Die Folgen der drohenden oder vom Kirchengericht bestätigten Abberufung sind: Freiwilliger Eintritt in den Wartestand, vorzeitiger Eintritt in den Ruhestand, mit körperlichen Gebrechen begründeter Eintritt in den Ruhestand, "freiwilliges" Ausscheiden aus dem Dienst, Übernahme eines jederzeit von der Kirchenleitung einseitig widerrufbaren "Beschäftigungsauftrages" mit 50% oder 75% des früheren Einkommens in der meist trügerischen, vergeblichen Hoffnung auf einen besseren Ausgangspunkt bei einer künftigen erneuten Bewerbung um eine Pfarrstelle, unfreiwillige Versetzung in den Wartestand verbunden mit dem Verlust der Dienstwohnung und auf 75 % reduziertes Gehalt.

Geschlossene Vergleiche verdienen nach den Erfahrungen in der Hilfsstelle für ev. Pfarrer Ihren Namen gewöhnlich nicht, enthalten im wesentlichen nur vage Versprechen, verschlechtern die Rechtsstellung, machen die Betroffenen zum Spielball der Kirchenbehörden, die sie mit eigentlich unzumutbaren Dienstaufträgen oder Umzugsforderungen weiter trietzen und erpressen.

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