Am 12. November 2014 verstarb in Istanbul der gerade zweijährige Muhammet Eren Dönmez, nachdem er in Deutschland vergeblich versucht hatte, ein neues Herz zu bekommen. Das Landgericht Gießen hatte am 24. Oktober abgelehnt, ihn in einem einstweiligen Rechtsschutzverfahren auf die Warteliste für ein Spenderherz zu setzen, nachdem das Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) sich zuvor in mehreren Transplantationskonferenzen gegen seine Listung entschieden und die Überprüfungskommission die Richtigkeit dieser Ablehnung aufgrund der Allokationsrichtlinien der Bundesärztekammer bestätigt hatte. Auch andere deutsche Transplantationszentrenten hatten eine Transplantation abgelehnt.

Diese ganzen Entscheidungen müssen nunmehr im Nachgang als fragwürdig angesehen werden. Wie gestern bekannt wurde, stellte das Oberlandesgericht Frankfurt am 5. März 2015 in letzter Instanz fest, dass das Gießener Urteil keinen Bestand haben kann. Über den ursprünglichen Hauptantrag des Jungen, ihn auf die Warteliste zu setzen, konnten und mussten die Frankfurter Richter zwar nach seinem Tod nicht mehr entscheiden, wohl aber über die Kostenfolgen.

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"Die Parteien streiten nunmehr noch über die Kostentragung, nachdem ein zwischen ihnen geführtes einstweiliges Verfügungsverfahren auf Aufnahme des Verfügungsklägers in die bei der Verfügungsbeklagten als Transplantationszentrum geführte Warteliste für Herztransplantationen sich wegen des Todes des Verfügungsklägers erledigt hat."

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