Wenn man nicht mehr weiter weiß

Verkünder göttlicher Allmacht werden oft Zeugen menschlicher Ohnmacht. Wenn niemand mehr weiter weiß, verkörpern sie die letzte Hoffnung. 

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Gezielt helfen

Die Bereitschaft, Menschen in Not zu helfen, ist groß. Hilfsorganisationen mobilisieren und koordinieren Helfer und Hilfen nach Bedarf und Verfügbarkeit. 

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Helfer in Not

Wer sich einsetzt, setzt sich aus. Theologen können schnell in die Schusslinie geraten. Genauso schnell wenden sich Kirchen und Kollegen dann ab.

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Sinne des Wortes erfolgt. Regelmäßig wird kein Vorschlag wirklich zur Wahl gestellt, den das Leitungsgremium der Anstellungsgemeinde nicht als solchen zulassen möchte.31

Auf das Besetzungsrecht wird also fast vollständig verzichtet, da ein Kandidat weder verbindlich als Vorschlag auf die Wahlliste kommt, noch jemals zum Inhaber der freien Pfarrstelle ernannt wird.

Was so bescheiden und ganz im Sinne einer möglichst weit gehenden Achtung der Selbstbestimmungsvorstellungen der Gemeinden daherkommt, wirft massiv Fragen auf: Warum beraubt sich offensichtlich die Kirchenleitung durch das Landeskirchenamt selber der Möglichkeit, einzelne Pfarrer durch Ernennung zu schützen? In einem konkreten Abberufungsfall ­ nach gegenwärtiger Regelung ­ könnte doch die Kirchenleitung das Besetzungsrecht durchaus nutzen, um sicherzustellen, dass der ohne Schuldvorwurf abberufene Pfarrer nicht in den Wartestand, vor allem aber danach gegebenenfalls automatisch in den Ruhestand gerät.

Mit der selbst auferlegten und amtlich verkündeten Beschränkung ist jedoch effektiv geradezu im Vorhinein eine Selbstentlastung der Kirchenleitung und des Kirchenamtes für den Fall geschaffen, dass der abberufene Pfarrer ­ dessen Ruf oft durch die Abberufung (erst) beschädigt wurde ­ keine neue Pfarrstelle findet bzw. bekommt.

Die Kirchenleitung (bzw. das Landeskirchenamt) unterlässt gegenüber dem Pfarrer, den sie selbst abberufen hat, eine wirksame gesetzlich mögliche Hilfeleistung und kann sich auf die Position zurückziehen, sie verhalte sich ja jetzt genauso zurückhaltend wie ­ nach ihrer eigenen Regel - üblich.

Im Hinblick auf in dieser Weise betroffene Pfarrer stellt sich jedoch die Frage, ob die Selbstbeschränkungsregeln der Kirchenleitung bzw. des Landeskirchenamtes nicht einen unzulässigen Verzicht auf das gesetzlich geordnete Besetzungsrecht darstellen. Sie sind jedenfalls auch geeignet, Abberufungen bzw. Versetzungen in den Wartestand, falls diese mit der versteckten Absicht erfolgen, betroffene Pfarrer endgültig aus jeglichem Dienst in einer Pfarrstelle zu drängen, zum "Erfolg" zu führen (Automatismus der Willkür).

Wenn die Möglichkeit solcher Willkür nicht alle Pfarrer im Amt auf unabsehbare Zeit wie ein Damoklesschwert bedrohen und zu allerhand Anpassung verführen soll, und wenn man nicht möchte, dass junge Menschen heute ­ noch dazu bei gleichzeitig heraufziehendem Pfarrermangel ­ aus nachvollziehbaren Gründen von der Aufnahme eines Theologiestudiums zur Vorbereitung auf den Pfarrdienst Abstand nehmen, muss man sich jetzt zu entschlossenen Vorstößen zur Änderung der Kirchengesetze aufraffen.

Wer demgegenüber die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts von 2008 zur Rechtfertigung des Erhalts des Willkürmechanismusses in der Kirche heranzieht, sollte mit den oben dargelegten Mängeln der Entscheidung konfrontiert werden. Diese Entscheidung kann nicht als Rechtfertigung für den Erhalt der bestehenden kirchengesetzlichen Situation herangezogen werden.

  • [31] Durchführung des Pfarrstellengesetzes. Beschluss des Landeskirchenamtes vom 11. Februar 2014, Abschnitt 8, KABl. S.105

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