Laut Presseerklärung der Evangelischen Landeskirche inWürttemberg wurde Pfarrer Bender zum 1. Juni in den Wartestand versetzt. Es handele sich "nicht um eine Diziplinarmaßnahme". Auch "nicht um eine Anklage."

 

Aber der Leser staunt vor diesem Hintergrund sprachlos über die Maßnahmen gegen Bender: "Der Pfarrer verliert seine bisherige Pfarrstelle", erleidet "widerrufliche Dienstaufträge" (In welcher Folge? Welcher Qualität? An wechselnden Orten?). "Zu gegebener Zeit" (Wann, wer bestimmt das, was soll zwischenzeitlich geschehen?) "könne er sich dann mit Zustimmung des Oberkirchenrats wieder auf eine ausgeschriebene Stelle bewerben." (Er darf sich also jetzt nicht einmal bewerben!) Im Wartestand sind die Bezüge in der Regel um mindestens 20% gekürzt!

Warum wird Bender isoliert und mundtot gemacht? Wieso erleidet er eben doch Berufsausübungsverbot? Weil Willkür herrscht oder Herrschende willkürlich mit Schuldlosen umgehen und andere Interessen verfolgen als Gerechtigkeit? Weil Vorgesetzte eine sachgemäße Beurteilung der Berufsausübung nicht gegen Mobbing, üble Nachrede und übles Nachstellen schützen? Weil Dekane, Prälaten und Kirchenleitungen von Schmutzwerfern (ob Laien oder Amtsträgern) nicht verlangen, entweder gerichtlich Verwendbares und vor Gericht Bedeutendes vorzulegen (gerichtlich überprüfbare Ermahnungen, Verweise usw.) oder ihre Anwürfe und Verleumdungen mit Entschuldigung gegenüber dem Pfarrer zurückzunehmen ­um ihres Kirchengemeinderatsgelübdes willen?

Wer sein Gelübde gegenüber dem Pfarrer bricht, könnte wegen unwürdigen Verhaltens als Kirchengemeinderatsmitglied abgesetzt werden. Üble Nachrede verdient das Wort Vertrauen nämlich nicht, darf auch nicht durch Formulierungen wie "gestörtes Vertrauensverhältnis" beschönigt werden. Vorgesetzte, die Mobbing nicht zurückweisen, sondern Lauf geben, gehören ihrerseits dienstlich beurteilt.

Leider gilt: Richtungsstreitigkeiten in der Kirche, die gerne einig wäre und es nicht ist, werden statt durch offenen Lehrstreit im Mobbingverfahren (kirchliche Sprache :"Gedeihlichkeitsverfahren" ­ "klingt wie Nackedei-eiapopei" statt deftig deutsch und verständlich "nackt") ausgetragen und nun meinen schon Dekane und Kirchengemeinderäte die Richtung vorgeben zu können. Auch solche Pfarrer und ihre Familien werden sozial und finanziell drangsaliert und um den guten Ruf gebracht, die ohne Verstoß gegen Dienstanweisung und Ordinationsauftrag ihres ihnen übertragenen Amtes walten."Kahlschlag von oben, Revolte von oben" u.ä. hieß es über die Entwicklung in den evangelischen Kirchen im Allgemeinen Deutschen Sonntagsblatt.

Bender ist Beamter. Die Kirche bricht die lebenslange Treue. Oder gilt "in den Schwitzkasten nehmen" auch als Treuehalten?

Pastor Roland Reuter (Vorsitzender)

Pastor Uwe Ludwig (Schriftführer)

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