Am 6. September hat in Magdeburg das Kirchliche Verwaltungsgericht der EKM die Klage des Magdeburger Dompredigers Giselher Quast gegen seine Umsetzung auf eine landeskirchliche Stelle zum 1. Februar 2011 sowie gegen die zugrundeliegende Vereinbarung aus dem September 2010 entschieden.

 

Die Klage des Dompredigers wurde als unzulässig abgewiesen und die Kosten den Parteien jeweils zur Hälfte belastet, weil die Kirche seine Klageforderung im laufenden Verfahren auch ohne Urteil anerkannt hatte.

Unmittelbar nach Erhebung der Klage hatte die beklagte Landeskirche die Übertragung der landeskirchlichen Stelle sofort zurückgenommen und erklärt, dass sie auch an der Vereinbarung nicht mehr festhält. Quast erhielt dennoch seine Klage aufrecht. Nachdem der Vorsitzende Richter Niels Semmelhaack die Beklagte in der Verhandlung am 6.September dazu bewegen konnte, sogar die Nichtigkeit der Vereinbarung von Anfang an zu Protokoll zu erklären, gab es aus seiner Sicht keinen Anlass mehr, die Beklagte zu verurteilen, da sie sich damit freiwillig und vollständig in die unterlegene Position begeben hatte.

Als Prozessbeobachter für die Hilfsstelle war Pfarrer Christian Johnsen aus Berlin vor Ort, Schriftleiter im Pfarrverein EKBO und Vorstandsmitglied der Hilfsstelle für Evangelische Pfarrer e.V., der in dieser schwierigen Phase zu den Beratern und Unterstützern des Dompredigers und der Gemeinde gehört hatte. "Pfarrer Quast hat jetzt alle seine Ziele erreicht. Durch die Klage blieb er auf seiner Stelle und in seiner Dienstwohnung, die er sonst hätte räumen müssen. Nachdem jetzt auch noch der Gemeindekirchenrat erklärt hat, dass er ohne Wenn und Aber mit ihm weiter zusammenarbeiten will und die Kirchenleitung deshalb das Abberufungsverfahren am 10. Oktober einstellen konnte, gibt es in Magdeburg und Erfurt eigentlich nur Sieger und keine Besiegten."

EKD-weit gilt es aber keine falschen Schlüsse zu ziehen:Leider hat es - alle Erfahrungen der Hilfsstelle mit von Abberufung bedrohten Pfarrern bestätigend - wieder des Mutes eines Pfarrers bedurft, den Klageweg zu beschreiten.

Moers, den 14.10.2011

Pastor Roland Reuter

(Vorsitzender)

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